Großes Interesse an der Fahrradtour / Schleusen dringend reparaturbedürftig

Der Abgeordnete Thomas Reusch-Frey konnte bei der Schleusenradtour eine große und interessierte Gruppe willkommen heißen. Besichtigt wurden die Schleusen in Marbach, Pleidelsheim, Hessigheim und Besigheim. Walter Braun, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, erläuterte an jeder Schleuse anschaulich deren Zustand und Besonderheiten: Am Neckar sind alle Schleusen Unikate, denn die findigen Schwaben lernten bei jedem Bau etwas dazu und verbesserten die nächste Schleuse entsprechend. „Das macht die Reparatur und Instandhaltung der Schleusen sehr aufwändig,“ bestätigte Walter Braun. Und Reparaturen sind bei den über 50 Jahre alten Schleusen inzwischen oft nötig. Bei ihrem Bau konnte manches noch nicht berücksichtigt werden, beispielsweise dass Stahl ermüdet. Sichtbar werden diese „Alterserscheinungen“ beispielsweise an den Schleusentoren in Marbach: Einige Stellen wurden neu verschweißt und eines der Tore schließt nicht mehr hundertprozentig. Bis Reparatur- und Wartungsarbeiten durchgeführt werden können steht in Hessigheim und in Besigheim derzeit je eine Schleusenkammer still. Auf der Skala von 1 (gut) bis 10 (ganz schlecht) rangieren Marbach bei 7, Besigheim bei 8, Pleidelsheim und Hessigheim bei 10. Soll der Neckar für die Binnenschifffahrt weiter zur Verfügung stehen, müssen die Schleusen grundsätzlich saniert werden. Dabei muss man deren Ausbau für Schiffe mit einer Länge von 135 m im Blick haben. Mit dieser Zukunftsperspektive sollte die Bundesregierung die dringendsten Hausaufgaben schnellsten auf den Weg bringen. Für die Wasserstraßen ist der Bund zuständig.

An der Marbacher Schleuse bildete zusätzlich die ökologische Neugestaltung am Ufer der Schifffahrtswege einen Schwerpunkt. Landschaftsarchitekt Peter Geitz erläuterte die komplexen Zusammenhänge der Druck- und Sogwirkung, die durch die Wellen der vorbeifahrenden Schiffe am Uferbereich entstehen. Diese sind eine der Herausforderung bei der naturnahen Gestaltung der Ufer. Auf der Hesigheimer Schleuse hob Tobias Haiber von der Reederei Schwaben die wirtschaftliche Bedeutung der Schifffahrt auf dem Neckar hervor. In ein voll beladenes Binnenschiff passt die Ladung von 50 bis 70 LKWs oder 50 Eisenbahnwagons. Transportiert werden vor allem Industiesalz, Steine, Kohle oder Schrott, aber auch Einbauteile für die Autoindustrie. Wer über das LKW-Durchfahrtsverbot diskutiert und den Lastverkehr nicht auf der Straße haben will, kann sich darüber freuen.

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Datum: Sonntag, 18. September 2011 18:27
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